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Zehntausende Japaner feiern Thronbesteigung von Kaiser Naruhito

Traditioneller Tanz vor Tokios moderner Kulisse
Im Laufe des Tages hatten zuvor bereits zehntausende Menschen traditionelle Tanzdarbietungen besucht. Der Tenno wandte sich von einer Steinbrücke beim Palast der fahnenschwenkenden Menge zu und dankte den Anhängern der Monarchie für die Glückwünsche zur Thronbesteigung.
Auch Naruhitos Frau, Kaiserin Masako, nahm an den Feierlichkeiten teil. Zuvor hatten Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und andere bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dem neuen Kaiser gratuliert. Die japanische Pop-Gruppe Arashi trug ein eigenes komponiertes Lied für den Tenno vor.
Japan Feierlichkeiten Thronbesteigung Kaiser Naruhito (Getty Images/AFP/K. Sasahara)Japans Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako während des Festakts in Tokio
Nachgeholte Parade 
Das Kaiserpaar soll am Sonntag eine ursprünglich für den 22. Oktober geplante Parade durch Tokio nachholen. Sie war wegen der Zerstörungen durch den Taifun "Hagibis" mit mehr als 80 Todesopfern verschoben worden. Naruhito hatte sein Amt nach der Abdankung seines Vaters bereits im Mai übernommen, die feierliche Inthronisierung fand am 22. Oktober statt. 
Naruhitos Vater Akihito war seit 1989 de facto Staatsoberhaupt Japans. Das Amt ist eigentlich auf Lebenszeit gedacht. Eine neue Regelung ermöglichte jedoch den nun vollzogenen Wechsel. Der amtsmüde und gesundheitlich angeschlagene Akihito dankte Ende April als erster japanischer Kaiser seit rund 200 Jahren ab.
Japan Feierlichkeiten Thronbesteigung Kaiser Naruhito (Getty Images/AFP/T. Oshumi)Fans des japanischen Königshauses bei den Feiern in Tokio: Rund 30.000 Menschen kamen, um Kaiser Naruhito zu bejubeln
Naruhito ist der erste nach dem Zweiten Weltkrieg geborene japanische Kaiser. Als erster Tenno wurde er nicht von einer Amme gestillt und wuchs unter dem Dach seiner Eltern auf. Sein Großvater Hirohito, in dessen Namen japanische Truppen als Verbündete Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg kämpften, wurde noch als Gott verehrt. Nach der Niederlage Japans 1945 verzichtete Kaiser Hirohito jedoch auf seinen göttlichen Status. 
Der neue Kaiser will den volksnahen Stil seines Vaters fortsetzen, der sich durch persönliche Begegnungen mit Katastrophenopfern und sozial Benachteiligten profilierte. Wie sein Vater dürfte er auch die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg wachhalten und weiter das Gewissen der Nation verkörpern. Naruhito will jedoch auch eigene Akzente setzen. Als mögliche Themen nannte er Wasserversorgung und Armutsbekämpfung.
DW​​​


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